Mineral und Edelmetall
Gold als physischem Edelmetall werden seit jeher unterschiedliche Werte beigemessen. Sie sind die Bestimmungsfaktoren des Goldpreises, der sich grundsätzlich vergleichbar jeder anderen Ware oder jeden Gutes – zumindest unter marktwirtschaftlichen Voraussetzungen – nach Angebot und Nachfrage ergibt. Der reine Metallwert ist preislich abhängig vom Bedarf in industrieller Fertigung, Veredelung bis hin zur Verwendung in Kunstgegenständen oder Modeschmuck, stets unter Berücksichtigung der nur begrenzten Vorkommen, bzw. der Erstehungs- und Förderkosten.
Gold als Wertmesser
Zumindest gleichrangige Bedeutung hat der psychologische und emotionale Wert der dem Gold seit Menschengedenken anhaftet. Frühe Kulturen verbanden es mit religiösen Aspekten und nutzten es als Grabbeigabe. Zu Lebzeiten gaben Goldvorräte und getragener Goldschmuck Auskunft über den gesellschaftlichen Status einer Person. Um Gold wurden Kriege geführt, es wechselte zumeist nur unter Zwang den Besitzer. Der Goldpreis drückte sich in Macht und Ansehen aus. Dieses Empfinden und Ansehen von Gold wuchs mit blühendem Handel spätestens im Mittelalter zum realen Wert, als Waren und Leistungen in Gold und Goldmünzen bezahlt wurden. Aus dem Tauschmittel Gold wurde binnen kurzer Zeit über die angesprochenen Münzen ein Mittel des Werterhaltes bzw. der Wertaufbewahrung. Diese quasi geldähnliche Funktion hat Gold sich bis auf den heutigen Tag erhalten, selbst wenn es keine Zinsen erwirtschaftet. Verstärkt wurde diese psychologische Wirkung noch in den letzten beiden Jahrhunderten durch Aufbewahrung als Sicherungsmittel in vermeintlichen Krisenzeiten.
Preisfindung und Abhängigkeiten
Der Goldpreis definiert sich daher auch aus Verhalten bei Inflation, Währungsrisiken, Konjunktur, Kriegen oder weltwirtschaftlicher Entwicklung. Der im heutigen Handel maßgebliche Preis wird arbeitstäglich am Finanzplatz London durch den „London Bullion Market“ festgestellt und veröffentlicht. Der Preis wird zumeist in US-Dollar angegeben und bezieht sich auf eine sogenannte Feinunze Gold. Die Unze hat ein Gewicht von 31,1 Gramm. In den letzten 10 Jahren zwischen 2000 und 2010 schwankte der Goldpreis je Unze zwischen knapp über 200 US-Dollar und über 1200 US-Dollar. Frühere Koppelung von Währungsentwicklungen an Goldbeständen durch Zentralbanken oder die aktuell zunehmende Haltung hoher Goldbestände von Kapitalsammelstellen im Allgemeinen ließen bis heute auch den Fokus vieler Privatanleger „am Golde haften“. In Abhängigkeit zur langfristigen Entwicklung beim Goldpreis erwägen sowohl kanadische, südafrikanische als auch australische Minengesellschaften aktuell die Exploration und den Minenausbau auch zunehmend kostenträchtiger Vorkommen.
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